IV012 – Friedhof

Aus technischen Gründen ein wenig verspätet. Der folgende Post ist vom letzten Samstag:

Heute berichte ich von meinem kleinen Spaziergang über einen Friedhof von Barcelona. Ich hatte eigentlich gar nicht geplant über einen Friedhof zu podcasten, es kam dann allerdings anders, weil diese Ort mich ganz schön beeindruckt hat.
Eines muss ich doch noch richtig stellen. Ich spreche in dem Podcast öfters vom Plaza España,  Weiterlesen

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Hin und her gerissen in der Sommerpause.

Nicht viel ist passiert bei Inside Valencia in den letzten Monaten. Auf Twitter deutete ich bereits an, dass eine unpraktische Kombination von Ereignissen es mir erschweren Zeit und Technik zu finden für neue IV Podcasts. Siehe hier:

Mittlerweile ist es auch schon wieder Juli. Es ist brüllend heiß, die Fußball EM 2012 ging gestern Abend mit dem glücklichen Sieger Spanien zu Ende, in der Provinz Valencia wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und sowohl politisch als auch ökonomisch bleibt das Klima angespannt.

Als ich gerade im Hausflur die alte Dame aus dem ersten Stock traf fragte sie mich natürlich, ganz der Jahreszeit üblich, ob wir denn den Sommer in Valencia verbringen (Das machen nur die Valencianos, die arbeiten müssen/können. Alle anderen sehen zu, dass sie kühlere Sommerresidenzen aufsuchen). Ich erzählte ihr, dass ich morgen für einen Monat nach Deutschland fahre und den ganzen Juli dort verbringen werde.

Und so ist es. Morgen geht es los. Bin voller Vorfreude auf ein Wiedertreffen mit Familie, Freunden und Bekannten. Wie jedes Jahr ist die Heimkehr ein Ereignis, dass mich bereits Wochen vorher beschäftigt. Ich merke, dass ich mich schon seit ein paar Tagen intensiver mit deutschen Medien beschäftige. Gestern Abend habe ich sogar eine deutsche Dokumentation auf der arte Webseite gesehen. Das mache ich normalerweise nie. Irgendwie habe ich unbewusst das Gefühl über deutsche Themen auf dem Laufenden sein zu wollen.

Den umgekehrten Effekt habe ich dann wenn ich erst einmal zwei Wochen in Deutschland bin. Plötzlich ist jede Nachricht aus Valencia furchtbar interessant. Ich entwickle ein extrem ausgeprägte Spanien-Radar, was meine Interessen angeht und höre wieder vermehrt spanische oder katalanische Musik. Als Auswanderer ist man wahrscheinlich immer irgendwie hin und her gerissen.

Aber eines steht fest: Der deutsche Sommer ist viel angenehmer als der valenzianische und deswegen mach ich mich auf den Weg.

Passenderweise zum Thema Sommer / Hitze / Valencia verlinke ich hier noch das äußerst schöne Lied Suavitat Universal von Orxata Sound System. Einen schönen Sommer wünsche Inside Valencia!

Schlangestehen

In Spanien wird immer noch ein großer Teil der alltäglich wichtigen Informationen von Mund zu Mund übertragen.

Beispiel: Der Busfahrplan an der Haltestelle ist unvollständig – einfach den nächsten Busfahrer anquatschen. Machen alle so. Ist eine anerkannte Vorgehensweise und man kommt dabei ins Gespräch. Ist kein Busfahrer in der Nähe kann man auch jeden anderen ansprechen. Diese Situation lässt sich wahlweise anwenden auf Banken, Postämter, Wegbeschreibungen und so weiter und so fort. Besonders daran ist, dass man niemals „abgewürgt“ wird, so im Sinne von: „Ich habe keine Zeit fragen sie mal wo anders nach“ oder einfach „Ich weiß nicht“. Man nimmt sich immer die Zeit anderen Menschen zu helfen. Sogar die Polizei tut das.

Das Schlangestehen ist dadurch manchmal mehr, als bloßes Warten. Man kann sich in der Poststelle zum Beispiel schon über die neuen Briefmarkenpreise erkundigen, die Wettervorhersage für den nächsten Tag erfahren oder die aktuellsten Prognosen für das nächste Fußballspiel von Barcelona oder Madrid bekommen. So weit, so stereotyp.

Eine lange Schlange vor einem Lottoladen

Schlangestehen für die Weihnachtslotterie

Ganz unstereotyp, aber unheimlich wichtig für jeden Ausländer zu wissen ist, dass Spanier äußerst disziplinierte Schlangesteher sind. Ein Fehlverhalten wird sehr ernst genommen.

Trifft man auf ein Schlange, dann fragt man als erstes ¿último? Sprich: „Wer ist der Letzte?“. Dadurch weiß man, wann man dran ist. Sind mehrere Schalter geöffnet, dann gibt es nicht mehrere Schlangen, sondern lediglich eine bei der der Schlangenerste an den zu erst freien Schalter geht. Auf diese Weise entstehen keine Missverständnisse.

Selbst wenn die Schlange sehr lang ist hat doch jede Person, die an erster Stelle steht das Recht sich alle Zeit der Welt zu nehmen um jegliche noch so detaillierte Information zu erfragen. Die in der Schlange Stehenden verhalten sich dementsprechend geduldig und würden nie auf die Idee kommen sich zu beschweren, wissen sie doch, dass ihnen, wenn sie an der Reihe sind, die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird.

Als Ausländer habe ich mich in den ersten Jahren öfters in Situationen wiedergefunden, in denen ich den Unmut meiner Schlangestehkollegen auf mich zog. Meistens, weil ich unbewusst meinen deutschen Schlangestehinstinkt folgte, der da lautet „Sie zu wo du bleibst.“

Besonders interessant sind deshalb die Schlangen, die zu gleichen Teilen aus Spaniern und Urlaubern bestehen, wie z. B. beim Fast-Food Restaurant, hier direkt neben der Kathedrale am Plaza de la Reina. Man bemerkt sofort, dass mehrere Schlangenstehkulturen aufeinander treffen und es immer zu Komplikationen kommt. Da hilft eigentlich nur eins: Ruhe bewahren und höflich bleiben.

Englisch sprechen.

Als ich letztens mal wieder mit einigen Spanischen Freunden zusammen war habe ich ein Phänomen beobachtet, das mir so noch nie aufgefallen ist. Diese Beobachtung ist natürlich rein subjektiv, wahrscheinlich nicht übertrag- oder generalisierbar. Trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los. Es geht um das Verhältnis der Spanier zur englischen Sprache.

Man muss wissen, dass die Spanier (im Vergleich zu uns Deutschen) sehr kritisch der Angel-sächsischen Kultur gegenüber sind. Die Gründe dafür sind natürlich sehr vielseitig, aber ein Grund ist mit Sicherheit die Sprachbarriere zwischen Romanischen und Germanischen Sprachen, ist doch die Ablehnung der Angel-sächsischen Kultur ähnlich stark ausgeprägt in Ländern wie Italien, Frankreich, Portugal, und auch einigen Süd-Amerikanischen Ländern.  Im Gegensatz dazu ist die „Begeisterung“ (wie ich es jetzt mal überspitzt ausdrücken möchte) in Ländern in denen germanische Sprachen vorherrschen ähnlich stark. Beispiele sind Deutschland, Schweden, Finnland, Norwegen, die Niederlande.

// Zu diesem Thema gibt es eine Interessante Dikusion bei Quora: „To Americans, why do Germans feel more familiar than the French?

Man muss auch wissen, dass der Englischunterricht an spanischen Schulen (wieder im Vergleich mit D) eher dürftig ist, oder zumindest war. Meine Freundin hat mir erzählt, dass ihr Englischunterricht generell auf Spanisch statt fand und das man zwar Vokabeln und Grammatik gelernt hat, aber fast nie Aussprache. Sprich das Wort ‚Monday‘ wurde im Englischunterricht von allen, Schülern UND Lehrern, ‚mondai‘ (also mit o,a und i) ausgesprochen. Hier wird dem Spanier auch erschwert, dass es im Spanischen nur eindeutige Vokale gibt. Es gibt so gut wie kein ä-, ö-, ou-, ei oder eu-Laut. Sondern lediglich a,e,i,o,u.

Als ich also letztens mit einer recht großen Gruppe Spaniern aus war und neben mir auch noch ein anderer Ausländer (ein Türke, der kein Spanisch sprach) dabei war, musste also zwangsläufig ein bisschen Englisch gesprochen werden. Und es kam zu einem Gespräch, das ungefähr so ging:

Türke: … and how is you new job then?
Spanier: Oh, I am very happy!

Die Spanier haben auch Schwierigkeiten ein H am Anfang des Wortes auszusprechen, weil das im Spanischen immer stumm wäre. Um aber dieses H auszusprechen, bemühen sie sich manchmal zu sehr und machen ein CH (wie in ‚maCHen‘) daraus. Im Spanischen ist das der Buchstabe J. Der Spanier sagte also ‚Jappy‘ oder ‚CHappy‘.

Dem Türken war es total egal, ich glaube er hat es nicht einmal bemerkt. Aber dem Spanier war es ganz und gar nicht egal. Er bemerkte sofort seinen faux pas und verspürte das Bedürfnis sich vor seinen spanischen Kollegen am Tisch zu rechtfertigen. Er machte also einen Witz daraus.

Spanier: „Haha, ‚Jappy‘, no inglish, haha“.

Und als ich das sah, habe ich Gedacht: Oje, welch einen starken Druck durch seine Peer-Group ist ein Spanier ausgesetzt wenn er Englisch spricht. Die Angst gegenüber den eigenen Freunden das Gesicht zu verlieren, weil man zu viel spanischen Akzent durchklingen lässt, ist vielleicht ist das der Grund warum viele Spanier sich eher zurückhalten, wenn es um Englischsprechen geht. Gar nicht weil sie es nicht können (Ich bin der Überzeugung, dass viele meiner spanischen Freunde mindestens genauso gut Englisch reden wie ich) sondern weil sie Angst vor Entblößung gegenüber den Eigenen Landsleuten haben.

Diese persönliche subjektive These von mir kann man natürlich, wie bereits eingangs gesagt nicht verallgemeinern, aber den Grundgedanken werde ich im Hinterkopf behalten, weiter beobachten und gegebenenfalls berichten.

Total untypisch …

Letzte Woche war ich mal wieder in Deutschland. Diese Kurzurlaube in der Heimat veranlassen mich immer wieder erneut über Stereotypen und mein Bild von Deutschland und Spanien nachzudenken. Dieses Mal besonders stark, weil ich ein langes Gespräch mit einem Freund hatte, der angenehmerweise sehr interessiert an meinen Erfahrungen in Spanien war und gleichzeitig bereit war absolut wertefrei mit mir darüber zu reden (was tatsächlich nicht normal ist).

Ich habe ihm erzählt von den Stereotypen die Spanier gegenüber uns Deutschen haben und welche Stereotypen die Spanier von sich selbst pflegen. Und natürlich ging es auch um die Stereotypen die die Deutschen von den Spaniern haben. Stereotypen zu identifizieren hilft immer ungemein eine solche Konversation zu objektivieren.

Heute ist mir ein neues Hilfsmittel eingefallen. Man müsste eigentlich mal eine lange Liste der Dinge machen die total untypisch sind.

Gestern habe ich ein Gespräch zwischen Spaniern mitbekommen, es ging ungefähr so:

Persona A: „Boa, ist das warm heute, jetzt ist es wirklich Sommer“
Persona B: „Bei mir im Auto stand 34 Grad“
Persona A: „Ich habe irgendwo 36 Grad gelesen“
Persona C: „Und ich 37!“

Eine solche Unterhaltung hätte man genauso gut in Deutschland aufschnappen können.

Wir Deutschen denken immer 35° im Sommer ist sehr warm und für die Spanier ist das ja gar nichts, sie schwitzen erst bei 45°. Ist aber nicht so. Selbst hier im mediteranen Valencia sind die ersten 35 Grad im Jahr ein ausgesprochen gutes Small-Talk Thema und Grund genug sich über die Hitze zu beschweren.

Ich war einmal mit ein paar Freunden in Deutschland in Darmstadt im Freibad. Darunter war auch ein Spanier. Alle Deutschen haben aufgeschrien als der Spanier sich Sonnencréme aufgetragen hat: „Wieso schmierst du dich denn ein? Du bist doch Spanier und mit der Sonne aufgewachsen“. Das dieser Spanier nicht nur aus der nördlichen Stadt Santander kam, sondern auch noch käsebleich war, das hatten sie glatt übersehen.

Total untypisch, halt!

 

IV009 – Túria

Ein Foto einer Karte der Parkanlage im Fluss Turia

Heute geht es um den Fluss Túria. In dem Bild könnt ihr den groben Verlauf durch die Stadt sehen. Die Altstadt und das Zentrum von Valencia liegen südlich vom Flussbett.

Die „futuristischen weißen Gebäude“, von denen ich gesprochen habe, kann man hier sehen. Der Kinderspielplatz Gulliver sieht so aus und die Brücke von Calatrava, wo ich ungefähr den Podcast aufgenommen habe sieht so aus. Auch, wie immer, hilfreich ist die Wikipediaseite

Zur Entscheidung über den Bau einer Parkanlage kann man noch sagen:

„Zunächst war hier die Führung einer Stadtautobahn vorgesehen. Mit der Demokratisierung Spaniens nach dem Tod des Diktators Francisco Franco und der wachsenden Aktivität von Bürgerinitiativen verstärkte sich allerdings der öffentlich artikulierte Wunsch der Bevölkerung nach Schaffung eines zentralen Parks anstelle des trocken gelegten Flussbetts. Mit königlichem Dekret vom 1. Dezember 1976 übertrug der Staat die Eigentumsrechte an dem alten Turiabett an die Gemeinde Valencia und diese erteilte im Oktober 1981 dem Architekten Ricardo Bofill den Auftrag, die Grundsatzplanung für einen im ehemaligen Flussbett gelegenen Park vorzunehmen.“

Viel Spaß beim Hören.

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IV008 – Fallas

Hier ist also die bereits angekündigte Episode über die Fallas.

Um mich gleich mal selbst zu korrigieren: Es sind nicht 400.000 Menschen, die Mitglieder in Fallas sind sondern lediglich 150.000. Trotzdem eine stolze Anzahl wenn man davon ausgeht, dann Valencia knapp 800.000 Einwohner hat.

Die Bilder die ich mit dem Handy gemacht habe werden den Arbeiten der Künstler nicht gerecht, deswegen möchte euch bitten selbst zu googlen.

Für weitere Informationen verweise ich gerne auf die Wikipedia. Der deutsche Artikel ist zwar nicht so detailliert wie sein spanischer und englischer Bruder, aber alle drei lohnen sich zu lesen. Vor allem der spanische ist sehr umfangreich und der englische beinhaltet einige Fotos.

Zusätzlich möche ich noch auf diesen Artikel bei Fernweh.de verlinken und auch auf dieses großartige Fallas Lexikon des Blogs Diario de un Alemol.

Ich hoffe, dass ich in Zukunft auch bessere Fotos integrieren kann.

Viel Spaß beim Hören.

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Das Verhalten des Fußgängers.

Es ist mir schon oft aufgefallen, dass ich selbst nach Jahren in Spanien lebend immer noch sehr oft in Situationen gerate, in denen ich mit anderen Fußgängern in Konflikt komme. Zum Beispiel: Der mir entgegenkommende Fußgänger dachte ich geh links vorbei und ich dachte ich geh rechts an ihm vorbei, sodass wir genau aufeinander zu gehen. Danach wechseln wir beide von rechts nach links (und vice versa) und gehen schon wieder genau auf einander zu, bis es komisch wird und man nur mit einem Lächeln oder einem “Perdón” einander unelegant aus dem Weg gehen kann.

Genau weiß ich noch nicht worin diese Vorfälle begründet sind. Aber ich denke es hat damit zu tun, ob man selbst ein eher offensiver oder ein eher defensiver Fußgänger ist. Wenn sich alle Fußgänger offensiv oder defensiv verhalten, so meine Theorie, kommt es zu weniger Konflikt. Wenn aber ein defensiver auf einen offensiven stößt, dann verstehen sich beide körpersprachlich nicht und es kommt zu solchen Situationen.

Außerdem glaube ich, dass der gefühlte subjektive Sicherheitsabstand ein anderer ist je nachdem in welchem Land oder in welcher Stadt man lebt.

Eine weitere Kuriosität ist, wenn man in einer Gruppe über den Bürgersteig geht und es kommt einem eine andere Gruppe entgegen, dann ist es in Spanien total normal, dass die Gruppen durcheinander gehen. Im Gegensatz dazu glaube ich, dass in Deutschland beide Gruppen nach rechts (oder manchmal auch links) gehen, um so getrennt aneinander vorbei zu gehen.

Ist euch so etwas auch schon mal passiert?

Kleine Erweiterungen und
Die Geschichte der Bleiche.

Um in Zukunft eine flexiblere Bandbreite an Themen vorstellen zu können, habe ich die Kategorie Artikel eingeführt. Hier werden demnächste klassische textbasierte Blogartikel, zu Themen die für eine eigene Podcastepisode nicht ausreichend umfangreich sind, erscheinen. Im Hauptmenü (oben) könnt ihr dann entweder direkt zwischen Podcast und Artikel auswählen oder einfach die gemischte Variante auf der Home durchstöbern.

Den Anfang mach heute die „Geschichte der Bleiche“ ein Artikel den ich auf einen anderen Blog vor einiger Zeit verfasst habe:

Die Geschichte der Bleiche:

Das ist eigentlich eine irreführende Überschrift, denn es geht nicht wirklich um die Geschichte  d e r  Bleich, aber um eine kleine Geschichte  ü b e r  die Bleiche. Eine Geschichte die sich wieder perfekt in die Kategorie der interkulturellen Kuriositäten einfügen lässt.

Das ist bestimmt schon einmal jedem Urlauber eines Südeuropäischen Landes aufgefallen (zu mindest unbewusst):

Man befindet sich im Urlaub, vorzugsweise in Spanien, aber auch Italien und Griechenland lasse ich jetzt mal gelten. Um nicht immer im Restaurant essen zu müssen oder einfach weil es einen interessiert geht man dort also in einen Supermarkt. Und da ist er, dieser sanfte und subtile Geruch nach scharfen Chemikalien, der erst beim zweiten hinriechen so richtig deutlich wird. Das ist sie, die Bleiche oder das Bleichmittel.

In Spanien als Lejilla bekannt, hat Bleiche einen so besonderen Geruch, dass er uns Deutschen häufig einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Erinnert er uns doch nur allzu intensiv an Zeiten, als Oma mit Bleiche, Essig und Amoniak putzte. Ein so penetranter Geruch nach Chemikalien ist für deutsche Nasen unangenehm, besonders wenn er in Verbindung mit Lebensmitteln steht.

Nun, in Ländern wie Spanien ist genau dieser Geruch ein Zeichen der Reinheit. Man benutzt absichtlich Bleiche für das Reinigen in Supermärkten, Geschäften, Restaurants, der eigenen Küche, dem Bad um diese Assoziazion der absoluten Reinheit zu haben. Ich glaube manchen Supermarktbesitzern ist es wichtiger, dass es nach Bleichmittel riecht, als dass es wirklich sauber ist.

Kompliziert wird es vor allem wenn ich koche und meine Freundin gleichzeitig mit Lejilla die Spüle der Küche reinigt. Da entstehen jedes Mal Konflikte die nur mit gegenseitigen Wissen über die Akzeptanz von Bleiche und Kompromissen beseitigt werden können.

Was meint ihr. In welchen Ländern putzt man noch gerne mit Bleiche?