Oktoberfest in Spanien, Olé!

Heute geht es mal wieder um etwas kurioses und natürlich auch interkulturelles: Das Oktoberfest in Valencia. Denn dorthin hat es mich vor ein paar Tagen verschlagen. Jetzt ist das Oktoberfest in Valencia keine Neuheit, aber bisher habe ich mich noch nicht überwinden können mir diese Nachahmung des größten deutschen Volksfestes aus erster Hand anzusehen.

Das Bild zeigt das Poster vom Oktoberfest in Valencia mit typerscher blonder großbusiger FrauIch habe lange gezweifelt ob ein Besucht mir gefallen würde, denn es fängt schon damit an, dass das Oktoberfest in der Stierkampfarena statt findet. Ein Gebäude, dass ich mit viel Tradition in Verbindung bringe und bei dem ich nie im Leben erwartet hätte, dass jemand in der Stadtverwaltung das OK für ein Saufgelage nach deutschen Vorbild gäbe… aber bitte. Dazu kommt noch die Stereotypische Darstellung des Deutschen: Blonde Frauen mit prallen Brüsten, große Biere und dicke Würste – Für jemanden der nicht in Bayern aufgewachsen ist und in seinem Leben noch nie auf einen Oktoberfest war, hat das nur wenig mit Deutschland zu tun.

Aber ein Freund, ein Spanier, der seit kurzem intensiv Deutsch lernt und mit dem ich ab und zu ein bisschen Deutsch übe, gab mir einen guten Grund Weiterlesen

IV014 – Supermercado

Nach längerer Pause gibt es also mal wieder eine Folge Inside Valencia. Heute nehme ich euch mit in den Supermarkt.

Hier sind die drei Fotos die ich gemacht habe.

1. Die Schinkentheke
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Das Lied, das eine Generation beschreibt.

Heute möchte ich euch ein Lied von einer Band vorstellen, die nicht das erste Mal in diesem Blog verlinkt wird. Es handelt sich um das Lied EYJAFJALLAJÖKULL von Orxata Sound System. EYJAFJALLAJÖKULL, vielleicht erinnert ihr euch, ist der Name eines Isländischen Vulkans der im April 2010 halb Europa lahm legte, als seine Aschewolke vom Wind Richtung Kontinent geweht wurde.

Und genau deswegen finde ich dieses Lied besonders passend für diesen Blog, denn es handelt von europäischen Themen, Weiterlesen

IV013 – Televisión

Ein Thema, dass mir schon seit langem auf dem Herzen liegt und worüber ich dringend mal sprechen wollte ist das spanische Fernsehen. Ich habe mich hingesetzt und einmal alle Kanäle durchgezappt um so einen kleinen Einblick in das hiesige TV Programm zu geben. Da ich mich beim Fernsehen immer schnell aufrege ist diese Folge auch unerwartet lang geworden. Weiterlesen

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Englisch sprechen.

Als ich letztens mal wieder mit einigen Spanischen Freunden zusammen war habe ich ein Phänomen beobachtet, das mir so noch nie aufgefallen ist. Diese Beobachtung ist natürlich rein subjektiv, wahrscheinlich nicht übertrag- oder generalisierbar. Trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los. Es geht um das Verhältnis der Spanier zur englischen Sprache.

Man muss wissen, dass die Spanier (im Vergleich zu uns Deutschen) sehr kritisch der Angel-sächsischen Kultur gegenüber sind. Die Gründe dafür sind natürlich sehr vielseitig, aber ein Grund ist mit Sicherheit die Sprachbarriere zwischen Romanischen und Germanischen Sprachen, ist doch die Ablehnung der Angel-sächsischen Kultur ähnlich stark ausgeprägt in Ländern wie Italien, Frankreich, Portugal, und auch einigen Süd-Amerikanischen Ländern.  Im Gegensatz dazu ist die „Begeisterung“ (wie ich es jetzt mal überspitzt ausdrücken möchte) in Ländern in denen germanische Sprachen vorherrschen ähnlich stark. Beispiele sind Deutschland, Schweden, Finnland, Norwegen, die Niederlande.

// Zu diesem Thema gibt es eine Interessante Dikusion bei Quora: „To Americans, why do Germans feel more familiar than the French?

Man muss auch wissen, dass der Englischunterricht an spanischen Schulen (wieder im Vergleich mit D) eher dürftig ist, oder zumindest war. Meine Freundin hat mir erzählt, dass ihr Englischunterricht generell auf Spanisch statt fand und das man zwar Vokabeln und Grammatik gelernt hat, aber fast nie Aussprache. Sprich das Wort ‚Monday‘ wurde im Englischunterricht von allen, Schülern UND Lehrern, ‚mondai‘ (also mit o,a und i) ausgesprochen. Hier wird dem Spanier auch erschwert, dass es im Spanischen nur eindeutige Vokale gibt. Es gibt so gut wie kein ä-, ö-, ou-, ei oder eu-Laut. Sondern lediglich a,e,i,o,u.

Als ich also letztens mit einer recht großen Gruppe Spaniern aus war und neben mir auch noch ein anderer Ausländer (ein Türke, der kein Spanisch sprach) dabei war, musste also zwangsläufig ein bisschen Englisch gesprochen werden. Und es kam zu einem Gespräch, das ungefähr so ging:

Türke: … and how is you new job then?
Spanier: Oh, I am very happy!

Die Spanier haben auch Schwierigkeiten ein H am Anfang des Wortes auszusprechen, weil das im Spanischen immer stumm wäre. Um aber dieses H auszusprechen, bemühen sie sich manchmal zu sehr und machen ein CH (wie in ‚maCHen‘) daraus. Im Spanischen ist das der Buchstabe J. Der Spanier sagte also ‚Jappy‘ oder ‚CHappy‘.

Dem Türken war es total egal, ich glaube er hat es nicht einmal bemerkt. Aber dem Spanier war es ganz und gar nicht egal. Er bemerkte sofort seinen faux pas und verspürte das Bedürfnis sich vor seinen spanischen Kollegen am Tisch zu rechtfertigen. Er machte also einen Witz daraus.

Spanier: „Haha, ‚Jappy‘, no inglish, haha“.

Und als ich das sah, habe ich Gedacht: Oje, welch einen starken Druck durch seine Peer-Group ist ein Spanier ausgesetzt wenn er Englisch spricht. Die Angst gegenüber den eigenen Freunden das Gesicht zu verlieren, weil man zu viel spanischen Akzent durchklingen lässt, ist vielleicht ist das der Grund warum viele Spanier sich eher zurückhalten, wenn es um Englischsprechen geht. Gar nicht weil sie es nicht können (Ich bin der Überzeugung, dass viele meiner spanischen Freunde mindestens genauso gut Englisch reden wie ich) sondern weil sie Angst vor Entblößung gegenüber den Eigenen Landsleuten haben.

Diese persönliche subjektive These von mir kann man natürlich, wie bereits eingangs gesagt nicht verallgemeinern, aber den Grundgedanken werde ich im Hinterkopf behalten, weiter beobachten und gegebenenfalls berichten.

Total untypisch …

Letzte Woche war ich mal wieder in Deutschland. Diese Kurzurlaube in der Heimat veranlassen mich immer wieder erneut über Stereotypen und mein Bild von Deutschland und Spanien nachzudenken. Dieses Mal besonders stark, weil ich ein langes Gespräch mit einem Freund hatte, der angenehmerweise sehr interessiert an meinen Erfahrungen in Spanien war und gleichzeitig bereit war absolut wertefrei mit mir darüber zu reden (was tatsächlich nicht normal ist).

Ich habe ihm erzählt von den Stereotypen die Spanier gegenüber uns Deutschen haben und welche Stereotypen die Spanier von sich selbst pflegen. Und natürlich ging es auch um die Stereotypen die die Deutschen von den Spaniern haben. Stereotypen zu identifizieren hilft immer ungemein eine solche Konversation zu objektivieren.

Heute ist mir ein neues Hilfsmittel eingefallen. Man müsste eigentlich mal eine lange Liste der Dinge machen die total untypisch sind.

Gestern habe ich ein Gespräch zwischen Spaniern mitbekommen, es ging ungefähr so:

Persona A: „Boa, ist das warm heute, jetzt ist es wirklich Sommer“
Persona B: „Bei mir im Auto stand 34 Grad“
Persona A: „Ich habe irgendwo 36 Grad gelesen“
Persona C: „Und ich 37!“

Eine solche Unterhaltung hätte man genauso gut in Deutschland aufschnappen können.

Wir Deutschen denken immer 35° im Sommer ist sehr warm und für die Spanier ist das ja gar nichts, sie schwitzen erst bei 45°. Ist aber nicht so. Selbst hier im mediteranen Valencia sind die ersten 35 Grad im Jahr ein ausgesprochen gutes Small-Talk Thema und Grund genug sich über die Hitze zu beschweren.

Ich war einmal mit ein paar Freunden in Deutschland in Darmstadt im Freibad. Darunter war auch ein Spanier. Alle Deutschen haben aufgeschrien als der Spanier sich Sonnencréme aufgetragen hat: „Wieso schmierst du dich denn ein? Du bist doch Spanier und mit der Sonne aufgewachsen“. Das dieser Spanier nicht nur aus der nördlichen Stadt Santander kam, sondern auch noch käsebleich war, das hatten sie glatt übersehen.

Total untypisch, halt!

 

IV006 – Bürgerbewegungen Teil 2

Letztens habe ich noch über Bürgerbewegungen gesprochen und gestern ist hier in Valencia etwas losgebrochen. Diesmal geht es um Polizeigewalt gegenüber größtenteils minderjährigen Demonstranten, die gegen Kürzungen im Bildungssystem demonstrieren.

An dem Institut Lluis Vives, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof kam es gestern zu starken Ausschreitungen. 26 Jugentliche, davon 5 minderjährige sind festgenommen worden. Videos (1, 2) und Fotos (1, 2) zeugen von extremer und unnötiger Härte mit der die Polizei gegen die Schüler vorgegangen ist.

Nachdem ich die Ereignisse mehrere Stunden lang durch die sozialen Medien beobachtet habe (hashtags: #IESLluisVives, #PrimaveraValenciana), habe ich mich entschlossen mal hinzugehen und mit eigenen Augen zu sehen was dort los ist. Glücklicherweise war alles ruhig als ich vor Ort war und die Proteste lösten sich gegen 23 Uhr auf. Aber das bedeutet nicht das Ende dieses Konfliktes, denn bereits heute morgen kreist schon wieder unaufhörlich ein Polizeihubschrauber über der Stadt und über Twitter werden neue Termine für Demonstrationen, nicht nur in Valencia, sondern auch in Madrid, Barcelona und anderen größeren Stadten, verbreitet.

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IV005 – Autofahren

Heute habe ich spontan über das Autofahren erzählt. Passenderweise war ich gleichzeitig im allabendlichen Feierabendverkehr von Valencia gefangen. Ich dachte schon mir würde gar nicht genug Zeit bleiben aber dank des Staus ist dann doch eine runde Folge draus geworden.

Viel Spaß beim Hören.

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IV004 – Valencia und Bürgerbewegungen

Das Rathaus von Valencia

Das Rathaus von Valencia

Diese Folge ist etwas anders als die vorherigen. Ich habe mich mal als Citizen Reporter probiert und berichte exklusiv von den Anti ACTA Protesten in Valencia am heutigen Vormittag. Weil die Proteste eher langsam in Gang kamen habe ich auch noch Zeit gefunden um etwas über Demonstrationen in Valencia und in Spanien generell zu reden.

Viel Spaß beim Zuhören.

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IV003 – El Corte Inglés

El Corte Inglés

El Corte Inglés

Heute abend, auf dem Weg in die Stadt, habe ich einen neuen Podcast aufgenommen. Dieses Mal handelt es sich um das Kaufhaus El Corte Inglés, welches laut Wikipedia das weltweit drittgrößte Unternehmen dieser Art ist, nach Sears und Macy’s.

Der dazugehörige Wikipedia Artikel befindet sich hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/El_Corte_Ingl%C3%A9s

Der spanische Artikel ist aber wesentlich umfangreicher:
http://es.wikipedia.org/wiki/El_Corte_Ingl%C3%A9s

Der spanische Film den ich ansprach heisst übrigens „El Crimen Ferpecto“, also „Das Ferpekte Verbrechen“:
http://www.imdb.com/title/tt0395125/

Und das Foto vom 10000 Teile Puzzle findet ihr hier:
http://lucas1625.posterous.com/10000

Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch die Audioqualität und vor allem die Qualität meiner Kommentare verbessern kann. Es fällt mir doch ziemlich schwierig konzentriert zu sprechen, wenn ich gleichzeitig unterwegs bin…

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