Paella, Arroces und andere Reisgerichte

Wie bereits im Artikel 7 Speisen, die man in Valencia probieren muss angedeutet bedarf das Thema „Paella, Arroces und andere Reisgerichte“ mindestens einen eigenen Artikel in diesem Blog. Auf der spanischen Webseite comarca.com (Deutsche Google Übersetzung der Seite) wird zwischen 28 Trockenreisgerichten und 22 Reiseintöpfen unterschieden. Wir wollen uns einige davon heute mal genauer ansehen. Weiterlesen

Valencia on Fallas

Die Fallas, Valencias wichtigstes Stadtfest, sind ja bekanntlich im Frühling und können bei Zeiten so anstrengend werden, dass man sich nur noch ein Ende herbei sehnt. Da dachte ich mir, es wäre doch mal eine gute Idee im Herbst, mit genügend Abstand, einen Artikel über die Fallas zu schreiben – und dabei geht es mal wieder um ein Musikvideo.

Das Bild zeigt den Rapper Lory Money in traditioneller Kleidung vor eine Graffittiwand in ValenciaGleich vorweg möchte ich vermerken, dass ich das Lied an sich nicht besonders mag – weder musikalisch noch stilistisch – trotzdem ist das Lied vor einem interkulturellen Hintergrund sehr interessant. Und heute erkläre ich euch warum.

Der Künstler Lory Money hat schon vor ein paar Jahren per YouTube Weiterlesen

Oktoberfest in Spanien, Olé!

Heute geht es mal wieder um etwas kurioses und natürlich auch interkulturelles: Das Oktoberfest in Valencia. Denn dorthin hat es mich vor ein paar Tagen verschlagen. Jetzt ist das Oktoberfest in Valencia keine Neuheit, aber bisher habe ich mich noch nicht überwinden können mir diese Nachahmung des größten deutschen Volksfestes aus erster Hand anzusehen.

Das Bild zeigt das Poster vom Oktoberfest in Valencia mit typerscher blonder großbusiger FrauIch habe lange gezweifelt ob ein Besucht mir gefallen würde, denn es fängt schon damit an, dass das Oktoberfest in der Stierkampfarena statt findet. Ein Gebäude, dass ich mit viel Tradition in Verbindung bringe und bei dem ich nie im Leben erwartet hätte, dass jemand in der Stadtverwaltung das OK für ein Saufgelage nach deutschen Vorbild gäbe… aber bitte. Dazu kommt noch die Stereotypische Darstellung des Deutschen: Blonde Frauen mit prallen Brüsten, große Biere und dicke Würste – Für jemanden der nicht in Bayern aufgewachsen ist und in seinem Leben noch nie auf einen Oktoberfest war, hat das nur wenig mit Deutschland zu tun.

Aber ein Freund, ein Spanier, der seit kurzem intensiv Deutsch lernt und mit dem ich ab und zu ein bisschen Deutsch übe, gab mir einen guten Grund Weiterlesen

Valencia hat ein Aquarium – und was für eins!

Es ist schon komisch, da lebst du schon seit 5 Jahren hier und wirst immer noch von der Stadt überrascht: Das Aquarium in Valencia ist umwerfend!

Das Bild zeigt einen weißen Beluga-WalSchon früher war ich fasziniert, von allem was im Wasser lebt. Es begann damit, dass mein Vater ein Aquarium kaufte als ich 5 Jahre alt war. Auch wenn es nur ein vergleichsweise kleines Exemplar war und ich, sobald es um Pflege und Reinigung ging, weniger fasziniert von dem Ding war, haben mich die ganzen Guppys, Neons, Panzerwelse, Schnecken, Frösche und sogar Kampffische (!!!) schwer beeindruckt. Schon allein deswegen stand der Besuch des großen Aquariums hier in Valencia seit längerer Zeit auf meiner To-Do Liste. Weiterlesen

Barcelona und Massentourismus – Interessanter Artikel

Als ich vor zwei Tagen mal wieder in Barcelona war, wurde ich auf einen Artikel bei Spiegel Online aufmerksam. Ob das wohl Eingebung war? Denn der Artikel handelt davon wie der Tourismus in Barcelona aus dem Ruder gelaufen ist.

Menschen auf den Straßen von BarcelonaDas Thema hatte ich hier im Blog ja auch schon das ein oder andere Mal angesprochen: Barcelona ist zwar eine aufregende Metropole und ein spannendes Tourismusziel, gleichzeitig aber auch die stressigste Stadt in der ich je gelebt habe. Das liegt (zwar nicht nur, aber auch) am Massentourismus.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass es in Barcelona zum Beispiel relativ häufig vorkommt, dass Weiterlesen

Das Lied, das eine Generation beschreibt.

Heute möchte ich euch ein Lied von einer Band vorstellen, die nicht das erste Mal in diesem Blog verlinkt wird. Es handelt sich um das Lied EYJAFJALLAJÖKULL von Orxata Sound System. EYJAFJALLAJÖKULL, vielleicht erinnert ihr euch, ist der Name eines Isländischen Vulkans der im April 2010 halb Europa lahm legte, als seine Aschewolke vom Wind Richtung Kontinent geweht wurde.

Und genau deswegen finde ich dieses Lied besonders passend für diesen Blog, denn es handelt von europäischen Themen, Weiterlesen

Paella Valenciana

Gerade bin ich über folgenden Tweet gestolpert:

Da fiel mir ein, dass ich dieses großartige Video unbedingt auch hier posten muss. Dabei handelt es sich nämlich um einen musikalischen Auftritt bei dem innerhalb von 9:22 Minuten eine „authentische“ Paella zubereitet wird. (Wenn ich Paella mache, dann dauert das mindestens eine Stunde. Irgendetwas muss ich falsch machen).

Das Video ist großartig, vor allem wenn man es mit Spaniern zusammen guckt. Die sind nämlich mindestens verwundert (pasmo = Verwunderung/Verblüffung) wenn nicht sogar schockiert. Sei es die unerträgliche Menge Öl, die wahllose Zusammenmischung sämtlicher Zutaten (Fisch UND Fleisch) oder einfach nur die kuriose Darstellung von spanischen Traditionen gesungen von einem Italiener. Dieses Video regt immer zu einer interkulturellen Unterhaltung an.

Schaut es euch an. Es ist lang, aber es lohn sich:

Valencia die Großstadt

Was für ein Tag.

Eigentlich wollte ich heute viel Zeit am Schreibtisch verbringen um mal so einiges wegzuarbeiten. Doch manchmal kommt es anders als man denkt.

Gegen 11 Uhr fällt meiner Freundin auf, dass der ganze Flur im Erdgeschoß 5 cm unter Wasser steht. Wir, die im dritten Stock wohnen, haben also erstmal das ganze Haus zusammen geklingelt. In einer Art Abstellraum, wo normalerweise die Fahrräder stehen war ein Wasserrohrleck aus dem es seit mindestens einer Stunde nur so heraussprudelte.

Der Nachbar aus dem 2. Stock, der beruflich Industriemechaniker ist, wusste natürlich sofort wo die Hauptleitung für unser Haus ist: In der Parallelstraße hinter unserem Haus. Wir also hin gerannt und festgestellt, dass die Rohrzange die wir hatten zu klein war. Schnell rannte ich zum Zapatero (Schumacher) zwei Straßen weiter, der auch tatsächlich einer größere Rohrzange hatte.

Als wir dann mit Mühe und Not den Hahn zu gedreht hatten und wieder im Hauseingang angekommen waren, kamen auch andere Nachbarn zusammen und halfen sofort das Wasser auf die Straße zu schippen.

Das erste Problem relativ schnell gelöst, dachte ich schon jetzt wird alles gut. Auf dem Weg zurück zum Zapatero fuhr mir ein kleiner VW Bus fast über die Füße und ihm hinterher mit Blaulicht und Sirene ein Polizeiwagen. Ich kam nur eine Ecke weiter bis ich Schreie hörte, stehen blieb und sah wie ein großgewachsener Mann im vollen Sprint auf mich und zwei andere Personen zu rannte. Hinter ihm der Polizist aus dem Wagen.

Als ich noch dachte „Was soll ich machen?“ und für mich entschied „gar nichts!“ stellte ein (über)eifriger Passant dem Flüchtenden im vollen Lauf ein Bein. Dieser fiel wild taumelnd, etwas in der Hand haltend, direkt vor meine Füße. Der Polizist sprang so heftig auf den Flüchtenden, dass er in der Aktion seinen Pistolengürtel verlor, der auch direkt neben mir liegen blieb. 5 Sekunden später kamen 3 weitere Polizisten dazu und nahmen den Flüchtenden fest.

Weil ich nicht blöd glotzen wollte, habe ich mich dann auch direkt verdrückt. Zurück am Haus waren alle total aufgeregt wegen des Wasserschadens und ich sagte nur „ihr wisst gar nicht was mir gerade passiert ist.“

Das war eine neue Seite von Valencia, die ich heute kennen gelernt habe. Valencia die Großstadt. Aber auch die Menschen haben mich heute sehr überrascht. Die Fähigkeit, extrem spontan zu reagieren, ein ganzes Haus, dass sich in kürze zusammenfindet und ein Wasserleck fixt. Die Bereitschaft sich schnell zu organisieren und mobilisieren, aber auch der anonyme Passant, der der (nicht sehr gern gesehenen) Polizei zur Hilfe kommt. Das alles sind Dinge über die ich viel nachgedacht habe heute.

Den Tag werde ich bestimmt so schnell nicht vergessen.

Hin und her gerissen in der Sommerpause.

Nicht viel ist passiert bei Inside Valencia in den letzten Monaten. Auf Twitter deutete ich bereits an, dass eine unpraktische Kombination von Ereignissen es mir erschweren Zeit und Technik zu finden für neue IV Podcasts. Siehe hier:

Mittlerweile ist es auch schon wieder Juli. Es ist brüllend heiß, die Fußball EM 2012 ging gestern Abend mit dem glücklichen Sieger Spanien zu Ende, in der Provinz Valencia wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und sowohl politisch als auch ökonomisch bleibt das Klima angespannt.

Als ich gerade im Hausflur die alte Dame aus dem ersten Stock traf fragte sie mich natürlich, ganz der Jahreszeit üblich, ob wir denn den Sommer in Valencia verbringen (Das machen nur die Valencianos, die arbeiten müssen/können. Alle anderen sehen zu, dass sie kühlere Sommerresidenzen aufsuchen). Ich erzählte ihr, dass ich morgen für einen Monat nach Deutschland fahre und den ganzen Juli dort verbringen werde.

Und so ist es. Morgen geht es los. Bin voller Vorfreude auf ein Wiedertreffen mit Familie, Freunden und Bekannten. Wie jedes Jahr ist die Heimkehr ein Ereignis, dass mich bereits Wochen vorher beschäftigt. Ich merke, dass ich mich schon seit ein paar Tagen intensiver mit deutschen Medien beschäftige. Gestern Abend habe ich sogar eine deutsche Dokumentation auf der arte Webseite gesehen. Das mache ich normalerweise nie. Irgendwie habe ich unbewusst das Gefühl über deutsche Themen auf dem Laufenden sein zu wollen.

Den umgekehrten Effekt habe ich dann wenn ich erst einmal zwei Wochen in Deutschland bin. Plötzlich ist jede Nachricht aus Valencia furchtbar interessant. Ich entwickle ein extrem ausgeprägte Spanien-Radar, was meine Interessen angeht und höre wieder vermehrt spanische oder katalanische Musik. Als Auswanderer ist man wahrscheinlich immer irgendwie hin und her gerissen.

Aber eines steht fest: Der deutsche Sommer ist viel angenehmer als der valenzianische und deswegen mach ich mich auf den Weg.

Passenderweise zum Thema Sommer / Hitze / Valencia verlinke ich hier noch das äußerst schöne Lied Suavitat Universal von Orxata Sound System. Einen schönen Sommer wünsche Inside Valencia!

Schlangestehen

In Spanien wird immer noch ein großer Teil der alltäglich wichtigen Informationen von Mund zu Mund übertragen.

Beispiel: Der Busfahrplan an der Haltestelle ist unvollständig – einfach den nächsten Busfahrer anquatschen. Machen alle so. Ist eine anerkannte Vorgehensweise und man kommt dabei ins Gespräch. Ist kein Busfahrer in der Nähe kann man auch jeden anderen ansprechen. Diese Situation lässt sich wahlweise anwenden auf Banken, Postämter, Wegbeschreibungen und so weiter und so fort. Besonders daran ist, dass man niemals „abgewürgt“ wird, so im Sinne von: „Ich habe keine Zeit fragen sie mal wo anders nach“ oder einfach „Ich weiß nicht“. Man nimmt sich immer die Zeit anderen Menschen zu helfen. Sogar die Polizei tut das.

Das Schlangestehen ist dadurch manchmal mehr, als bloßes Warten. Man kann sich in der Poststelle zum Beispiel schon über die neuen Briefmarkenpreise erkundigen, die Wettervorhersage für den nächsten Tag erfahren oder die aktuellsten Prognosen für das nächste Fußballspiel von Barcelona oder Madrid bekommen. So weit, so stereotyp.

Eine lange Schlange vor einem Lottoladen

Schlangestehen für die Weihnachtslotterie

Ganz unstereotyp, aber unheimlich wichtig für jeden Ausländer zu wissen ist, dass Spanier äußerst disziplinierte Schlangesteher sind. Ein Fehlverhalten wird sehr ernst genommen.

Trifft man auf ein Schlange, dann fragt man als erstes ¿último? Sprich: „Wer ist der Letzte?“. Dadurch weiß man, wann man dran ist. Sind mehrere Schalter geöffnet, dann gibt es nicht mehrere Schlangen, sondern lediglich eine bei der der Schlangenerste an den zu erst freien Schalter geht. Auf diese Weise entstehen keine Missverständnisse.

Selbst wenn die Schlange sehr lang ist hat doch jede Person, die an erster Stelle steht das Recht sich alle Zeit der Welt zu nehmen um jegliche noch so detaillierte Information zu erfragen. Die in der Schlange Stehenden verhalten sich dementsprechend geduldig und würden nie auf die Idee kommen sich zu beschweren, wissen sie doch, dass ihnen, wenn sie an der Reihe sind, die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird.

Als Ausländer habe ich mich in den ersten Jahren öfters in Situationen wiedergefunden, in denen ich den Unmut meiner Schlangestehkollegen auf mich zog. Meistens, weil ich unbewusst meinen deutschen Schlangestehinstinkt folgte, der da lautet „Sie zu wo du bleibst.“

Besonders interessant sind deshalb die Schlangen, die zu gleichen Teilen aus Spaniern und Urlaubern bestehen, wie z. B. beim Fast-Food Restaurant, hier direkt neben der Kathedrale am Plaza de la Reina. Man bemerkt sofort, dass mehrere Schlangenstehkulturen aufeinander treffen und es immer zu Komplikationen kommt. Da hilft eigentlich nur eins: Ruhe bewahren und höflich bleiben.